Kunsttischlerei heißt Möbel als Nutzgeräte, die zur Innerraumausstattung vorgesehen sind, sowie feste Bauteile der Innerraumausstattung wie Treppe, Holzverkleidungen, Türen, Kontoren, Schenktischen anzufertigen und zu renovieren.
Außer den Nutzmerkmalen besitzen diese Erzeugnisse, wie in der traditionellen Tischlerei, auch Zier- und Repräsentationsvorzüge, anhängig von der Kompliziertheit der Konstruktion, Ornamente, Fertigungsweise, angewandten Werkzeugen oder Materialien.
Es gibt mehrere Fertigungsmethoden der Möbeloberfläche oder eines anderen Bauteils der Innenraumausstattung:
- mit sichtbarem Hintergrund, d.h. mit offener Struktur oder bedeckt mit durchsichtiger Substanz wie Wachs, Lack, Politur,
- mit unsichtbarem Hintergrund, d.h. mit bedeckter Struktur oder bedeckt durch Anstrich, also Polychromie, Emaillieren oder Lackierung,
- spezial – Laminierung, Lasierung, Vergoldung, Furnierung,
- Intarsie – Ziertechnik des Holzes mit anderen Holzarten, die eine unterschiedliche Struktur und Farbe, also Farbtönung aufweisen,
- Marketerie, Inkrustation – Holzverzierung durch Anschlagen von Metall-, Stein-, Elfenbein-, Perlenmasse-, Hornmassen- (also Schildpatt-) teilen
Maßnahmen, die mit der Anfertigung, Wartung und Restaurierung der Kunsttischlereierzeugnisse verbunden sind, haben ihre Quelle nicht nur im Wissen über die Kunstgeschichte, Chemie und manche Richtungen des Kunsthandwerkes. Sie sollten mit den manuellen Kenntnissen des Schöpfers, seinen Kunstfertigkeiten und solider Werkstatt ergänzt werden.
Im Laufe der Epochen war ein enges Verhältnis zwischen den Künstlern, Handwerkern und ihren Auftraggebern sichtbar. Die Übereinstimmung der Struktur von Möbelstück und dessen Ornamente bestätigt das Niveau der Teamarbeit und die dauerhafte Beziehung zwischen der Nutzfunktion und den Kunstvorzügen.




