Bildhauerei ist eine der plastischen Künste, deren Aufgabe das Herausbringen einer bestimmten Form aus dem gestaltlosen Klumpen ist.
Schnitzerei ist die Kunst des Schnitzens im Holz, eine der wichtigsten Varianten der Bildhauerei, oft auch eine Art des Kunsthandwerks, das für die Volkskunst charakteristisch ist. Der Name dieses Fachgebietes stammt vom deutschen Wort Schnitzer – Bildhauer, Messer zum Schnitzen.
Die Kunst war schon in der Antike bekannt. Ihre Blütezeit fällt auf die späte Gotik, als schöne polychrome Figuren von Madonna und den Heiligen, Reliefs und Altäre entstanden sind. Die nächste Epoche der Schnitzerei war der Barock, aus dem: Kruzifixe, Kanzeln, Bänke, Throne, Altäre mit Figuren der Heiligen und Gestühls stammen. Durch die Nachbildung der Sakralarchitektur begann der Adel damals in ihren Landgütern Treppe, Fronttüren und Holzverkleidungen zu dekorieren sowie Ziermöbel und alltägliche Gegenstände zu bestellen.
Einer der bekanntesten Schnitzer war Veit Stoß, der Schöpfer des Altars in der Marienkirche in Krakau.
Ende des 19. Jh. als das Holz wieder ein interessanter künstlerischer Stoff war, begann man die Vorteile der Schnitzerarbeit wieder zu schätzen. Ein gutes Beispiel ist hier Stanisław Witkiewicz – der Schöpfer des sog. Zakopane-Stils.
Zu den Schnitzertechniken gehören:
- freier Ritus, also eine flache Anschneidung der Holzoberfläche, die bei der Darstellung von Mensch- und Tiergestalten verwendet wird,
- Zirkelritus, der seine Verwendung bei Bilden von Kreisen, Rosetten, Sternen findet
- andere Techniken: Zentrifugen-, Stempel-, Einschnitt-, Spitzentechnik, Technik des Ausbrennens, Auflegung und des Dübelns
Zu den meist verwendeten Zierelementen in der Schnitzerei gehören geometrische, pflanzliche und zoomorphische Motive, auch: Menschengestalten und Situationsszenen.
Als Material wird in der Schnitzerei hauptsächlich Linde, Birne, Erle, Espe, Pappel, manchmal Buchs, weiter Eiche, Fichte, Eibe, Echse, Nussbaum, Ahorn, Buchse und Weißbuche gebraucht.
Die wichtigsten Werkzeuge sind: ein mit dem Knüppel angeschlagener Schnitzerbeitel, Messer zum Schnitzen und in der Endphase Feile. Die Skulpturen werden manchmal mit Polychromie bedeckt oder teilweise vergoldet. Ihre Arbeiten unterzeichnen die Schnitzer mit speziellen Signaturen als Gemerkte genannt.




